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Nach einigen Jahren kann sich Ihr ehemals so attraktiver Rasen zu einer eher unschönen Matte aus Gras, Unkraut, Moos und Pflanzenresten entwickeln. Dann ist es Zeit, den Vertikutierer in den Bestand Ihrer Gartenwerkzeuge aufzunehmen.

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Vertikutieren – was ist das?

Der englische Rasen ist schon legendär und so wundert es nicht, dass dieses Hilfsmittel für Gärtner und Rasenfreunde seine Bezeichnung aus der englischen Sprache ableitet. Zusammengesetzt aus den Wörtern vertical und cut ist der Name Programm: Sie schneiden mit dem Vertikutierer senkrechte Schnitte in den Rasen.

Diese Schnitte sind gerade bei älteren Rasenflächen von großer Bedeutung, um den Rasenfilz wieder aufzuschneiden und den Pflanzen eine gute Durchlüftung bis in die Wurzeln zu geben. Gleichzeitig werden die überflüssigen Beiwachsungen aus der Rasenoberfläche entfernt und liegen als leicht zu entfernende Reste auf dem Gras.

Der Vertikutierer

Da Sie kaum selbst mit einem Messer in der Hand über das Gras kriechen und Schnitte machen können, hilft Ihnen ein Vertikutierer dabei. Es gibt ihn für den Hobbygärtner in unterschiedlichen Ausführungen:

  • Mechanischer Vertikutierer
  • Vertikutierer mit Elektroantrieb
  • Elektrovertikutierer mit Auffangkorb

Alle Ausführungen sind für den Zweck gut geeignet und unterscheiden sich in erster Linie durch Komfort bei der Benutzung, die Qualität des Geräts und natürlich durch den Preis.

Bei einer kleineren Rasenfläche und wenn Sie der Einsatz von etwas Muskelkraft nicht stört, reicht gewöhnlich ein einfacher mechanischer Vertikutierer. Mit mäßigem Kraftaufwand wird er über den Rasen geschoben, damit die auf einer Walze nebeneinander angeordneten Klingen ihre Arbeit erledigen können.

Elektrisch betrieben ist die Arbeit deutlich einfacher. Gerade bei einer größeren Fläche ist dies ein Komfort, den der Gärtner auch bei der eher seltenen Arbeit des Vertikutierens zu schätzen weiß. Besonders bequem wird es, wenn Ihr Vertikutierer einen Auffangkorb hat, in dem die ausgedünnten Pflanzenteile gleich aufgefangen werden.

Wann kommt der Vertikutierer auf dem Rasen zum Einsatz?

Ist Ihr Rasen noch jung, hat sich auch noch kein Rasenfilz gebildet. In den ersten drei Jahren sollten Sie deswegen nicht vertikutieren, damit sich der Wurzelteppich erst richtig ausbilden kann. Danach kommt es darauf an, wie durchsetzt Ihr Rasen mit unerwünschten, wenn auch nett anzusehenden Fremdpflanzen wie Gänseblümchen und ähnlichem Wildwuchs ist.

Hat der Rasen die Durchlüftung nötig, vertikutieren Sie nicht irgendwann in der Wachstumsperiode, sondern greifen im Frühjahr zum Vertikutierer. Im April oder bei kühlem Frühling auch erst im Mai vertikutieren Sie den Rasen, damit dieser sich bis zum Herbst von der deutlichen Verjüngungskur erholen kann.

Ist der Rasenfilz besonders hartnäckig oder leidet Ihr Rasen unter Dauerbefall mit Moos und Gänseblümchen, kann sich eine zweite Behandlung im Herbst lohnen. So verabschieden sich die Wurzeln und Gräser ohne störende Zuwächse fremder Pflanzen in die Winterruhe.

Der Effekt ist sichtbar

Da der Vertikutierer mit den Klingen eine ungefähr 3 mm tiefe Schicht der Bodenoberfläche belüftet, holt er abgestorbene Pflanzenreste, lockere Grashalme und halb verrottete Überbleibsel vom Rasenschnitt an die Oberfläche. Sie liegen wie die pflanzliche Variante von dicken Staubflocken auf den oberen Halmen.

Ohne einen Auffangkorb müssen Sie diese Überreste selbst vorsichtig vom Rasen rechen, damit sie nicht dort verrotten und den Effekt zunichtemachen. Ist der Rasen danach optisch sehr dürftig, ist das zwar nicht schlimm, kann aber durch anschließendes Wässern, zusätzlich mit etwas Nachsaat und dem richtigen Dünger schnell wieder geändert werden.

Vertikutieren Sie übrigens immer bei trockener und zuvor auf gut 4 cm gemähter Rasenfläche in eine Richtung, um eine gleichmäßige Durchlüftung zu erreichen. Beim nächsten Mal im Herbst oder im folgenden Frühjahr vertikutieren Sie dann quer dazu und sorgen auf diese Weise dafür, dass der Rasenfilz auch gründlich zerschnitten und entfernt wird.