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Die bequemste Methode, Eisen- und Kaliummangel im Becken entgegen zu wirken, ist natürlich die Verwendung von einem handelsüblichen Volldünger. Die Nährstoffe werden über die Blätter und/oder die Wurzeln aufgenommen. Besonders pfiffige Sparfüchse stellen sich ihren Eisendünger ganz einfach selbst her. Jedes Aquarium hat seinen ganz eigenen Eisen-Verbrauch. Eine pauschale Angabe zur Dosierung ist daher sehr schwierig und alle Angaben können nur als Richtwert dienen. Somit erfolgt die Verwendung dieser eigenen Mischungen immer auf eigene Gefahr! Unerlässlich sind in jedem Fall regelmäßige Messungen der Wasserwerte. Der Fachhandel bietet dazu fertig konfektionierte Eisentests an.

Der Eisennagel im Aquarium

Vor allem den älteren Semestern unter den Aquarianern dürfte der Tipp mit dem Eisennagel gut bekannt sein. So kursiert immer noch die Empfehlung, einen Eisennagel ins Becken zu legen, um so den Pflanzen das notwendige Eisen zukommen zu lassen. Allerdings sondert der Nagel im Wasser Eisenoxid ab, das im Zweifel im Aquarium mehr Schaden als Nutzen anrichtet.

Hier ein Zitat eines langjährigen Aquaristen:

„In den tieferen Schichten des Bodengrundes sind normalerweise wenig oxidierende Stoffe vorhanden, so dass der Nagel sehr sehr langsam rostet. Rost ist normalerweise ein dreiwertiges Eisenoxid. Diese sind im Wasser kaum löslich, weswegen ein rostiger Nagel im Aquarienwasser wenig bringt.
Dass Pflanzen nur zweiwertiges Eisen aufnehmen können ist eine immer wieder behauptete Falschaussage. Pflanzen können sowohl zwei- als auch dreiwertiges Eisen aufnehmen. Innerhalb der Pflanze werden sogar die Oxidationsstufen mehrmals umgebaut, um sie den pflanzenphysiologischen und logistischen Bedürfnissen anzupassen.
Und der rostige Nagel ist doch für die Pflanzen verwendbar! Pflanzen scheiden nämlich durch die Wurzeln saure Substanzen bei der Aufnahme von Nährstoffen aus, was in unmittelbarer Nähe der Wurzel zu pH-Werten führen kann, die im stark sauren Bereich führen. Unter anderem wird auch Zitronensäure ausgeschieden. Die Zitronensäure kann dreiwertiges Eisen komplex binden und somit wasserlöslich machen. Dieses mit Eisen angereicherte Wasser kann dann von der Pflanze aufgenommen werden und für die Pflanzenernährung verwendet werden!“

Fetrilon – ein Muss für jeden selbstmischenden Aquarianer

COMPO Fetrilon

für ca. 4 Euro bei vielen Anbieter über Amazon

Einfacher und deutlich mehr Nutzen bringen da schon Eisendünger, die nach entsprechenden Rezepten zu geringen Preisen selbst zusammen gemischt werden können. Unter den Eisendüngern gilt Fetrilon vor allem im Aquarium als der Eisendünger schlechthin. Von der Firma Compo vertrieben enthält Fetrilon chelatiertes Eisen in höchster Qualität und ist in gut sortierten Baumärkten oder im Internet erhältlich. Ein Volldünger wird ganz einfach aus einem Päckchen Fetrilon 13% und einem Liter Osmosewasser hergestellt. Ist kein Osmosewasser vorhanden, kann auch destilliertes Wasser verwendet werden.

Für weitere Informationen sei der Inhalt des folgenden PDFs nahegelegt:
http://www.aqua-aquaristik.de/bilder/Forum/Fetrilon.pdf

Die Dosierung

Normal wird Eisen in einem Aquarium in nur geringen Mengen benötigt. Eine Konzentration von 0,05 – 0,1 mg/L ist ideal. Die beschriebene Lösung enthält pro Mililiter ca. 2,6 mg gelöstes Eisen. Für eine Konzentration von 0,1 mg/L bei nicht nachweisbarem Eisengehalt werden 100 Liter Aquarienwasser mit ca. 4 ml der Lösung gedüngt. Am einfachsten lässt es sich mit einer 5ml Einwegspritze dosieren.

Eisendünger für die Wurzeln

So genannte Wurzelzehrer benötigen Eisendünger, den sie über die Wurzeln im Boden aufnehmen können. Neben speziellen Nährböden bieten sich auch Düngekugeln, die man ebenfalls sehr einfach selbst herstellen kann, an, um die Pflanzen mit den benötigten Nährstoffen zu versorgen.


Für weitere Unterstützung im Aquarium bietet sich Ferropol von JBL an.


Die Zutaten

  • Ton, erhältlich im Bastelladen oder bei einem Töpfer. Roter Ton enthält von Natur aus viel Eisen und kann bevorzugt verwendet werden.
  • Blaukorn (NPK Dünger)
  • Bei Bedarf ein Tütchen Fetrilon 13%

Die Herstellung

Aus dem Ton werden kleine Kugeln geformt. Jede Kugel erhält eine Kuhle, die mit 2 bis 3 Körnchen Blaukorn und bei Bedarf mit einer kleinen Prise Fetrilon gefüllt werden. Nun das Ganze noch einmal zu einer gut verschlossenen Kugel formen. Die Kugeln werden bei 150° für 30 Minuten im Ofen gebacken und getrocknet. Je nach Größe der Kugeln und der Pflanzen werden ein bis zwei Kugeln an die Wurzeln in den Boden eingebracht.